Die Osternacht, die Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag, ist im Kirchenjahr die „Nacht der Nächte“: eine Nacht des Wachens und Betens zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und damit an den Durchgang vom Tod ins Leben, von der Trauer zur Freude. Nach Jahrhunderten des Verfalls und Verschwindens der Osternacht wurde sie zunächst unabhängig voneinander in der evangelischen und der katholischen Kirche seit der Mitte des 20. Jahrhunderts neu entdeckt. In der Alten Kirche war die Osternacht der einzige jährliche Tauftermin – Taufe und Tauferinnerung stehen daher auch in unserem Osternachtsgottesdienst an zentraler Stelle, wie auch die Lieder aus Taizé.
In dem Gottesdienst bekennt und lobt die Gemeinde den einen Gott, der sein Volk aus der Sklaverei befreit,
Christus von den Toten auferweckt und zu sich erhöht hat und der kommen wird, den Kosmos zu verwandeln.
Daher hat Karl Barth recht: „Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht
umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat.“ Die
Ostergottesdienste stehen für fröhliche und gelassene Lebenszuversicht.
Andreas Ahnert